Der neue Ausbildungsberuf Pflegefachmann/-frau

In diesem Jahr startet der neue Ausbildungsberuf zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau. Wir haben zusammengetragen, welche Inhalte und Neuerungen dieser Ausbildungsberuf mit sich bringt und welche Chancen und Möglichkeiten dieser attraktive Beruf bietet.

Der Ausbildungsberuf zur Pflegefachmann/-frau ist auf die Bedürfnisse der verschiedenen Menschen ausgerichtet und hat ganz viele Facetten und man entwickelt sich in der Branche zu einem Allroundtalent. Das liegt daran, dass nicht nur alte Menschen pflegebedürftig sind und Unterstützung benötigen. Denn auch Kinder oder Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Handycaps benötigen oft Hilfe. Und das ist eigentlich das Wesentliche des neuen Ausbildungsberufes: die früher getrennten Ausbildungen der Kinderkranken-, Kranken- und Altenpflege werden vereint und in einem sogenannten Pflegeberufegesetz zusammengeführt. Aber was sagt das Pflegeberufegesetz?

Die wichtigsten Inhalte des Pflegeberufegesetz

  1. Die drei Ausbildungsberufe Altenpfleger/-in, Kinderkrankenpfleger/-in und Krankenpfleger/-in werden zusammengelegt.
  2. Die Auszubildenden in der Pflegebranche beginnen die ersten zwei Jahre gemeinsam mit einer generalistischen Ausbildung und können sich nach diesen ersten beiden Jahren für einen Schwerpunkt entscheiden.
    • Diejenigen die die generalistische Ausbildung fortsetzen bekommen den Berufsabschluss Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann.
    • Alle Azubis die einen Schwerpunkt zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen  oder alte Menschen wählen, erhalten einen gesonderten Berufsabschluss in der Alten-, Gesundheits- oder Kinderkrankenpflege: Pflegefachmann/frau in der Kinderkrankenpflege.
  3. Es wird eine Zwischenprüfung nach zwei Drittel der Ausbildungszeit absolviert, damit bereits erlangte Kenntnisse zur Pflegeassistenz- oder Pflegehelferausbildung anerkannt werden können. Um die Ausbildung aber fortzuführen, muss man diese Zwischenprüfung nicht bestehen.
  4. Neben der Ausbildung wird es auch ein Pflegestudium eingeführt. Dann wird Berufsbezeichnung „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“ in Kombination mit dem akademischen Grad geführt.
  5. Es wird kein Schulgeld mehr fällig und die Ausbildungsvergütung wird angehoben (durchschnittlich 1.100 Euro im ersten, 1.150 Euro im zweiten und 1.250 Euro im dritten Ausbildungsjahr).
  6. Die generalistische Pflegeausbildung wird auch in anderen EU-Mitgliedstaaten anerkannt. Die gesonderten Berufsabschlüsse (Alten-, Gesundheits- oder Kinderkrankenpflege) können bei Einzelfallprüfungen anderer EU-Mitgliedsstaaten auch anerkannt werden.

Warum bietet die Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau so viele Chancen?

Aufgrund der generalistischen Ausbildung ist man breit aufgestellt und kann die Wahl zwischen den unterschiedlichen Pflegeberufen auch nach Ausbildungsbeginn treffen. Des Weiteren werden Fachkräfte im Pflegebereich überall gesucht und benötigt. Daher hat man einen sicheren Arbeitsplatz nach der Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau. Die Einsatzorte sind vielfältig und Arbeit kann man in folgenden Einrichtungen als Pflegefachkraft finden: Klinik, Krankenhaus, Gesundheitszentrum, Seniorenheim, soziale Einrichtung, im betreuten Wohnen oder im ambulanten Dienst. Pflegefachkräfte können sich durch die neue Ausbildung besser beruflich weiterentwickeln. Die haben bessere Aufstiegschancen und die Chance mehr Geld zu verdienen.

Was macht der Pflegefachmann bzw. die Pflegefachfrau genau?

Weil die Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau zusammengelegt wird, können die Tätigkeiten je nach Arbeitsplatz variieren. Daher unterscheiden wir die Aufgabengebiete  detaillierter:

Aufgaben in der Kinder- und Krankenpflege

Die Pflege in der Kinderkrankenpflege oder Krankenpflege findet sowohl im stationären, als auch im ambulanten Bereich in Krankenhäusern und Kliniken statt. Neben der medizinischen Behandlung einfacher Tätigkeiten (Verbände wechseln, Infusionen geben usw.) ist auch die Betreuung ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabengebietes. Des Weiteren gehören die Vorbereitung von operativen Eingriffen, sowie das Assistieren bei Behandlungen und die Verwaltung von Patientenakten zu den täglichen Aufgaben.

Aufgaben in der Altenpflege

Wenn der Schwerpunkt in der Pflegfachkraft in der Altenpflege gewählt wird, dann findet die Arbeit in der Regel in Alten- und Seniorenheimen statt. Hier werden die Senioren in Ihrem Alltag unterstützt. Sowohl in der Körperpflege und Essenseinnahme zählen zu den Aufgaben, als auch die Überwachung der Medikamenteneinnahme und die Unterstützung bei persönlichen Angelegenheiten wie z.B. das Aufsuchen von Ärzten und Behördenbesuchen ist der Berufsalltag. Natürlich aber auch die sinnvolle Beschäftigung der Menschen ist Bestandteil des Berufs. Weitere Informationen zum alten Ausbildungsberuf Altenpfleger findest du Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

Allgemeine Aufgaben der Pflegefachfrau und des Pflegefachmann

Zu den allgemeinen Aufgaben eines jeden einzelnen Schwerpunktes gehört die Überwachung und Dokumentation der Rück- und Fortschritte von Patienten. Dabei ist die Pflege der Patientenakte ganz entscheidend und wichtig. Unter anderem gehören aber auch Bestellungen von Medikamenten und Materialien und Abrechnungen von Pflegedienstleistungen. Dazu gehört auch der Umgang mit unterschiedlichen Menschen in den jeweiligen Lebenssituationen umzugehen.

 

 Welche Arbeitszeiten hat der Pflegefachmann bzw. die Pflegefachfrau?

Die Arbeitszeit beträgt zwischen 38 und 40 Wochenstunden, häufig im Schichtdienst. Daher ist eine Flexibilität Vorteilhaft, denn Patienten benötigen auch in der Nacht oder am Feiertag Unterstützung zur Bewältigung des Alltags. Dafür hat man aber andere Tage frei und erhält genügend Ausgleich.

Trägt man besondere Arbeitskleidung als Pflegefachmann/-frau?

Generell tragen Pflegefachkräfte einen sogenannten Kasack und eine weiße Hose. Dazu gehören laut Hygienevorschriften auch medizinische Schuhe.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Um eine Ausbildung zum Pflegefachmann zu beginnen, solltest du gerne ein „Helfer“ sein und für andere Menschen da sein. Wenn man darüber hinaus auch anpacken kann, dann besitzt du bereits die wichtigsten Eigenschaften. Da einige Patienten nicht immer mit der Sprache rausrücken was ihnen fehlt, ist es hilfreich, wenn man eine gute Menschenkenntnis besitzt, um noch besser für die Pflege- und Hilfsbedürftigen da zu sein. Um dein Profil abzurunden ist die Teamfähigkeit auch wichtig. Gerade wenn du einige Aktivitäten für die Patienten organisierst oder gestaltest, macht es hier Sinn die Fähigkeit mitzubringen.

Was sieht die Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau aus?

Da die Ausbildung generalistisch verläuft und du erst einmal alle Inhalte sowohl der Altenpflege, als auch der Krankenpflege erlernst, ist es egal ob du die Ausbildung in einer Schule für Altenpflege oder Krankenpflege absolvierst. Du entscheidest dann später in welchem Berufsbild du arbeiten möchtest.

In den ersten drei Jahren in der Berufsschule wirst du zu einem Allroundtalent in der Pflege ausgebildet bekommst die theoretischen Inhalte vermittelt. Hierzu zählen Inhalte wie Berufskunde, Pflege und Pflegewissenschaft, Deutsch und Kommunikation, Medizinisch-naturwissenschaftliche Grundlagen, Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung, Lebensgestaltung, Sozial- und geisteswissenschaftliche Grundlagen, Sozialkunde und Qualitätssicherung. In der Praxis hingegen erlernst du von Sofortmaßnahmen zur Lebenserhaltung, über die Vertiefung deiner Kenntnisse im Umgang mit Menschen mit physischen Erkrankungen bis hin zur Gewöhnung der Patienten an eine selbstständige Lebensweise.