Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau Alle Infos zur Ausbildung und der einfachste Weg zu deinem Traumjob

Das Wichtigste vorab!

  • Es gibt viele unterschiedliche Branchen, in denen du deine Ausbildung machen kannst
  • Ein mittlerer Bildungsabschluss ist wünschenswert
  • Die Ausbildungsdauer ist 3 Jahre, kann aber verkürzt werden
  • Deine Lieblingsfächer sind u.a. Mathe, Deutsch und Englisch
  • Dein Verdienst liegt zwischen 939 € - 1074 € im Monat
  • Du kannst dich in diesen Beruf gut weiterbilden
  • Du hast gute Übernahmemöglichkeiten nach deiner Ausbildung

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Realschulabschluss

wochentags

3 Jahre

Was machst du in der Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau

Tätigkeiten in der Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau 

In deiner Ausbildung zum Industriekaufmann bzw. zur Industriekauffrau durchläufst du verschiedene Prozesse im Unternehmen von der Auftragsannahme bis zum direkten Kontakt mit dem Kunden im Kundenservice. Dein Arbeitsplatz kann in den unterschiedlichsten Unternehmen in verschiedenen Branchen sein. Als Industriekaufmann/-frau bist du ein Allrounder für die unterschiedlichsten Abteilungen im Unternehmen. Während deiner 3-jährigen Ausbildung durchläufst du folgende Tätigkeitsbereiche:

Personalwirtschaft

Als Industriekaufmann/-frau durchläufst du die Personalabteilung. Deine Aufgaben sind die Ermittlung des Personalbedarfs und eine entsprechende Personaleinsatzplanung, damit der Arbeitsablauf ohne Personalengpässe gut laufen kann. Des Weiteren wirst du Bewerbungsgespräche führen und kannst mit gezielten Fragen herausfinden, ob dieser Mitarbeiter für das Unternehmen eine gute Unterstützung darstellt. Wenn der Bewerber alle Anforderungen erfüllt, erstellst du den Arbeitsvertrag und fertigst eine Personalakte an. Zudem wirst du den neuen Mitarbeiter mit Fort- und Weiterbildungen unterstützen und fördern.

Produktion und Materialwirtschaft

Gerade in einer Produktion ist es wichtig, dass alle Produkte bestmöglich hergestellt werden. Du bist verantwortlich dafür, dass Produktionsprozesse gut geplant und organisiert sind. Damit es bei der Versendung der Waren nicht zu Verzögerungen kommt, ist es wichtig, dass immer ausreichend Materialbestände im Lager vorhanden ist. Daher kontrollierst du in regelmäßigen Zeitabständen die Lagerbestände, ermittelst diesen Bedarf und füllst den Lagerbestand gegebenenfalls auf.

Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich wird die Optimierung der einzelnen Prozesse sein, sodass alle Abläufe (Maschine, Mitarbeiter und Material) gemeinsam optimal funktionieren.

Zudem bist du mit verantwortlich für das Lager, du ermittelst Preise und handelst diese aus. Du kontrollierst Lieferungen, die dann weiter ans Lager transportiert werden können. Bei der Kontrolle der Lieferungen, steht ein feines Auge im Vordergrund, da du die Ware auf Unversehrtheit oder Beschädigungen untersuchen musst.

Rechnungswesen und Finanzen

Sobald Dienstleistungen erbracht oder Waren verkauft werden, müssen diese auch bezahlt werden, sodass man um Rechnungen nicht herumkommt. Du bist verantwortlich für die Erstellung der einzelnen Rechnungen (Ausgangsrechnungen) und die gewissenhafte Überprüfung. Zudem bist du auch für Rechnungen, die das Unternehmen zahlen muss, (Eingangsrechnungen) zuständig. Auch diese kontrollierst du und weist eine entsprechende Zahlung an den Kunden an. Alle Rechnungen und Geschäftsvorfälle müssen kontiert und im System gebucht werden. Daher stellt diese Abteilung eine sehr genaue und gewissenhafte Arbeit dar. Zudem bist du für die Ermittlung des Finanzbedarfs, die Führung vom Kassenbuch und Finanz- und Geschäftsbüchern sowie die Mitarbeit an der Erstellung des Jahresabschlusses mit verantwortlich. Du hast immer ein Auge auf die Kosten und versuchst diese permanent zu reduzieren oder zu vermeiden.

Vertrieb

In dieser Abteilung bist du fürs Verkaufen zuständig. Du solltest daher etwas Verkaufsgeschick mitbringen und gerne kommunizieren. Du führst Verkaufsgespräche mit deinen Kunden oder gehst sogar in die Kaltakquise, um neue Kunden für das Unternehmen zu gewinnen. Vertriebsgespräche können vor Ort, am Telefon oder per Mail geführt werden. Ein weiterer wichtiger Bereich in dieser Abteilung ist die Berechnung von Verkaufspreisen für die hergestellten Waren. Ein weiterer Arbeitsschritt ist der Warenversand, wenn ein Kunde Ware bestellt.

Um der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus zu sein, bist du auch für die Marketingmaßnahmen und –analysen zuständig.

Arbeitsbedingungen in deiner Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau

In welchen Branchen kannst du arbeiten?

Die Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau ist äußerst vielfältig. Dementsprechend ist auch die Anzahl der Branchen, in denen du arbeiten kannst, sehr groß. Oft arbeiten Industriekaufleute auch mit in der Produktion, um die Produkte besser kennenzulernen, die du dann selber verkaufst und dem Kunden anpreist.

Typische Branchen, die den/die Industriekaufmann-/frau ausbilden sind folgende:

  • Elektroindustrie
  • Fahrzeugbau
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Textilindustrie
  • Medien
  • Medizintechnik
  • IT-Technik

Was ist der/die Fremdsprachen Industriekaufmann/-frau?

Zu deiner Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau hast du zusätzlich die Möglichkeit eine Ausbildung zum Fremdsprachenindustriekaufmann/-frau zu machen. Das Tolle an dieser Ausbildung ist, dass du direkt zwei Ausbildungen in der gleichen Zeit absolvieren kannst. Während deiner Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau erwirbst du zusätzlich noch eine weitere Qualifikation zum/-r Fremdsprachenkorrespondenten. Als Krönung musst du in deiner Ausbildung 4 Wochen in England verbringen.

Gerade internationale Unternehmen bieten diesen Ausbildungsberuf an, denn du wirst oft mit englischsprachigen Unternehmen kommunizieren, verhandeln und entsprechenden Schriftverkehr führen. Daher setzten viele Unternehmen bereits gute bis sehr gute Englischkenntnisse voraus. Du hast Spaß an der Kommunikation auch in englischer Sprache, dann solltest du dich mit diesem Beruf weiter beschäftigen.

Bei dieser Ausbildung erlangst du perfekte Englischkenntnisse, denn diese wirst du in deiner täglichen Arbeit oft genug brauchen. Deine Ausbildung findet wie auch beim/bei der Industriekaufmann/-frau in deinem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Du lernst die gleichen Inhalte wie der/die „klassische“ Industriekaufmann/-frau und machst zusätzlich eine Weiterbildung zum/zur Fremdsprachenkorrespondenten.

Danach geht es 4 Wochen nach England, um deine englischen Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln. Zuerst wirst du 2 Wochen in London in einer Sprachschule verbringen, danach absolvierst du ein 2-wöchiges-Praktikum. Die Kosten trägt selbstverständlich dein Arbeitgeber.

Solltest du also Freude an der englischen Sprache haben, dann solltest du bei der Suche deines Ausbildungsbetriebs darauf achten, ob auch der/die Fremdsprachen-Industriekaufmann/-frau angeboten wird.

Deine Arbeitszeiten als Industriekaufmann/-frau

In der Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau kannst du mit geregelten Arbeitszeiten rechnen. Da du im Büro eingesetzt bist, wird es hier keine großen Überraschungen geben. In der Regel wirst du auch keinen Wochenend- oder Feiertagsdienst haben. Schichtdienst ist auch nicht zu erwarten.

Lt. dem Arbeitszeitgesetz ArbZG dürfen Azubis nicht länger als 8 Stunden am Tag arbeiten zuzüglich deiner Pausen. Deine wöchentliche Arbeitszeit darf nicht mehr als 48 Stunden in der Woche übersteigen. Solltest du unter 18 Jahren alt sein, dann darf diese über 40 Stunden nicht überschreiten (und du darfst auch nur an 5 Tagen in der Woche arbeiten).

Deine Arbeitszeiten sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Meistens werden deine Arbeitszeiten zwischen 07 Uhr morgens uns 17 Uhr nachmittags sein. Kleinere Abweichungen kann es geben.

Öffnet externen Link in neuem FensterUnter folgendem Link findest du alle Informationen zum Arbeitszeitgesetz.

Öffnet externen Link in neuem FensterUnter folgendem Link findest du alle Informationen zum Jungendarbeitsschutzgesetz.

Ausbildungsdauer

verkürzte Ausbildungsdauer

Deine Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzung ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich. Lt. dem Berufsbildungsgesetz kann eine Ausbildung verkürzt werden, wenn davon ausgegangen werden kann, dass das Ausbildungsziel auch in einer kürzeren Zeit erreicht werden kann. Wenn du also deine Ausbildungsdauer verkürzen möchtest, dann solltest du dich in der Berufsschule anstrengen. Du benötigst mindestens einen Notendurchschnitt von 2,49, um die Voraussetzungen zu erfüllen. Viele Unternehmen warten auch gerne das Ergebnis deiner Zwischenprüfung ab. Jetzt müssen dein Ausbilder und du einen offiziellen Antrag zur Verkürzung an die zuständige Stelle richten. Die Personalabteilung kann dir hier ebenfalls weiterhelfen.

Du hast auch die Möglichkeit deine Ausbildungsdauer schon vor Beginn deiner Ausbildung zu verkürzen. Eine bereits vorliegende berufliche Vorbildung oder ein höherer Schulabschluss, den du bereits vorweisen kannst, können Gründe für eine verkürzte Ausbildung sein. Falls du ein Fachabitur oder Abitur in der Tasche haben solltest, dann ist eine Verkürzung von bis zu 12 Monaten möglich. Benötigst du weitere Informationen dann schau doch gerne Öffnet externen Link in neuem Fensterunter folgendem Link.

Es gibt also verschiedene Gründe dafür, deine Ausbildungsdauer zu verkürzen. Die folgenden Regelausbildungszeiten müssen jedoch beachtet werden: 

  • Bei einer Regelausbildungszeit von 3,5 Jahren: Verkürzung auf 2 Jahre möglich
  • Bei einer Regelausbildungszeit von 3 Jahren: Verkürzung auf 1,5 Jahr möglich
  • Bei einer Regelausbildungszeit von 2 Jahren: Verkürzung auf 1 Jahr möglich
Probezeit in deiner Ausbildung

Deine Ausbildung beginnt immer mit einer Probezeit. Diese dient dazu, dass du und dein neuer Arbeitgeber sich kennenlernen. Die Probezeit dient als Bedenkzeit. Du kannst dir in dieser Zeit die Frage beantworten, ob du die richtige Entscheidung zur Berufswahl getroffen hast. Aber auch dein Arbeitgeber kann entscheiden, ob du der/die Richtige für den Job bist. Die Probezeit dauert zwischen 1 Monat und 4 Monaten und wird in deinem Ausbildungsvertrag festgeschrieben. Während dieser Zeit haben du oder dein Arbeitgeber die Möglichkeit ohne wichtigen Grund das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Du solltest dir also vor Ablauf der Probezeit Gedanken machen, ob dies die richtige Berufswahl war.

Unterschied zwischen Bürokaufmann/-frau und Industriekaufmann/-frau

Die/Der Bürokaufmann/-frau ist Spezialist für die kaufmännisch-verwaltenden Aufgaben. Sie arbeiten im Büro und sind für alle bürotypischen Tätigkeiten zuständig. Sie überwachen Termine, bearbeiten Aufträge und führen Buchführungstätigkeiten durch.

Die/Der Industriekaufmann/-frau ist mit für die Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht zuständig. Sie können sowohl im Marketing, in der Absatzwirtschaft, in der Beschaffung oder im Personalbereich tätig sein.

Wie du siehst sind diese Ausbildungsberufe nicht vergleichbar. Du kannst dich gerne Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier für den/die Kaufmann/-frau für Büromanagement weiter informieren. 

Teilzeitausbildung als Industriekaufmann/-frau

Eine Teilzeitausbildung als Industriekaufmann/-frau ist grundsätzlich möglich. Hier ist eine Absprache mit dem Arbeitgeber nötig. In einer Teilzeitausbildung wird deine wöchentliche Arbeitszeit von in der Regel 40 Stunden auf 20-30 Stunden/Woche angepasst. Die Zeit in der Berufsschule bleibt davon unberührt, sodass du deine Ausbildung trotzdem in 3 Jahren absolvieren kannst, aber mit einer geringeren wöchentlichen Arbeitszeit.

Eine Teilzeitausbildung richtet sich aber nicht an jeden, sondern nur an Personen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese sind beispielsweise:

  • Betreuung der eigenen Kinder
  • Pflege eines nahen Angehörigen
  • Behinderung oder gesundheitliche Einschränkungen
  • Teilnahme am Leistungssport

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Welche Voraussetzungen brauchst du?

Welchen Schulabschluss brauchst du und welche Zusatzqualifikation erhältst du nach Ausbildung?

Gesetzlich ist kein Schulabschluss notwendig, um eine Ausbildung zum/r Industriekaufmann/-frau anzufangen. Jedoch verlangen die meisten Ausbildungsbetriebe mindestens die mittlere Reife bzw. den Realschulabschluss. Am Häufigsten werden Kandidaten mit Fachabitur oder Abitur eingestellt.

Nicht jeder weiß, dass du während deiner Ausbildung einen höheren Schulabschluss erlangen kannst. Beispiele:

- keinen Abschluss: mit erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung wird dir der Hauptschulabschluss anerkannt

- Hauptschulabschluss mit dem Ziel Realschulabschluss: nach abgeschlossener dualen Ausbildung und unter bestimmten Voraussetzung z.B. geforderter Notendurchschnitt oder der Nachweis von Englischkenntnissen kann dir der Realschulabschluss anerkannt werden. Jedes Bundesland hat unterschiedliche Voraussetzungen

- Realschulabschluss mit dem Ziel Fachabitur: Um ein Fachabitur zu erhalten, wird der Besuch der Berufsschule vorausgesetzt und die abgeschlossene Berufsausbildung.

Welche Zusatzqualifikationen (z.B. Fremdsprachen o.ä.) werden benötigt?

Gute Englischkenntnisse sind immer von Vorteil. Gute bis sehr gute Kenntnisse solltest du vorweisen können, wenn du noch zusätzlich den Fremdsprachenindustriekaufmann/-frau machen willst. Die Infos dazu findest du weiter oben.

Brauchst du vorher ein Praktikum?

Ein Praktikum stellt keine Voraussetzung für eine Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau dar. Jedoch empfiehlt es sich immer, im Rahmen eines Schülerpraktikums oder in den Ferien bereits erste Erfahrungen zu sammeln. Du hast dann natürlich auch bessere Chancen eine gute Stelle zu erhalten, oder sogar direkt in deinem Praktikumsbetrieb einen Ausbildungsvertrag angeboten zu bekommen.

Welche Stärken solltest du mitbringen?

Damit dir die Ausbildung auch Spaß macht und dir liegt, solltest du ein paar der genannten Fähigkeiten mitbringen:

  • Interesse an den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch
  • Wirtschaftliches und kaufmännisches Denken
  • Gewissenhaftes und sorgfältiges Arbeiten
  • Kommunikativ und Kontaktfreudig
  • Gutes Ausdrucksgefühl in Wort und Schrift
  • Kunden- und Serviceorientierung
  • Verhandlungsgeschick
  • Flexibilität und Organisationstalent

Wichtig ist, dass du diese Eigenschaften mitbringst, damit du lange Spaß an deinem neuen Job hast. Am Wichtigsten sind Stärken, wie sorgfältiges Arbeiten und verhandlungsgeschick. Analytische Fähigkeiten solltest du mitbringen und offen für Neues sein.

 

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Was lernst du in der Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau?

 schulische Lerninhalte bzw. Fächer

Die Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau ist eine duale Ausbildung, d.h. du arbeitest im Unternehmen und besuchst die Berufsschule. Die Schule kann entweder an bestimmten Wochentagen stattfinden oder sie findet in Blöcken statt, d.h. du bist mehrere Wochen nur in der Schule und dann wiederum mehrere Wochen im Ausbildungsbetrieb.

In der Berufsschule erlernst du die theoretischen Kenntnisse, die du für deine Ausbildung benötigst, um die praktischen Aufgaben zu bearbeiten. Wichtige Fächer sind unter anderem Mathe und Wirtschaft. Mathe ist wichtig, da du in deiner Ausbildung Kosten berechnest oder den Finanzbedarf ermittelst. Alle diese Rechnungen lernst du in der Schule, um diese dann in deinem Unternehmen umzusetzen. Im Fach Wirtschaft lernst du, wie Kundenverhandlungen oder Verkaufsgespräche geführt werden oder wie man entsprechende Angebote vergleicht. Auch das Fach Buchführung wird nicht zu kurz kommen. Du wirst lernen, wie man Geschäftsvorfälle bucht.

Den Rahmenlernplan der IHK Nord-Westfalen findest du Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

Prüfung und Zwischenprüfung

Nach Ablauf deiner halben Ausbildungszeit wirst du eine Zwischenprüfung machen müssen, welche der Prüfung deines Wissenstands dient. Diese Prüfung dauert 90 Minuten und es sind ca. 40 Aufgaben zu lösen. Im Rahmen deiner Berufsschulausbildung wirst du gut vorbereitet.

Am Ende deiner Ausbildung steht die Abschlussprüfung vor der Tür. Hier solltest du alles, was du in deiner Ausbildung gelernt hast, auch umsetzen können - und das in der Theorie und in der Praxis. Die schriftlichen Prüfungsaufgaben werden in der Regel von einem überregionalen Ausschuss zusammengestellt. Die mündliche bzw. praktische Prüfung wird meistens von einem regionalen Ausschuss erstellt. Dies sind häufig Vertreter von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Schulen.

Öffnet externen Link in neuem FensterÜber diesen Link können alte Prüfungen zur Vorbereitung bestellt werden.

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Was verdienst du in der Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau?

Durchschnittliche Ausbildungsvergütung (€/Monat)

Zusätzliche Zulagen zu deinem Gehalt

Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld während deiner Ausbildung

Die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld ist gesetzlich nicht geregelt, d.h. dein Arbeitgeber ist zu dieser Zahlung nicht verpflichtet. Viele Unternehmen sind Tarifverträgen angeschlossen, sodass du oft Anspruch auf diese zusätzlichen Zahlungen hast. Die Zahlung erfolgt in der Regel im Sommer und im November. Die Höhe ist abhängig von deinem Bruttogehalt.

Urlaubsanspruch während deiner Ausbildung

Dein Urlaubsanspruch kann variieren und wird in deinem Arbeitsvertrag festgehalten. Dein Mindestanspruch wird im Arbeitsrecht geregelt. Die Unterscheidung von Arbeitstagen oder Werktagen gilt allerdings zu beachten.

Arbeitstage:

Arbeitstage sind die Tage, an denen tatsächlich gearbeitet wird. In der Regel sind es bei einer Ausbildung zum/r Industriekauffrau/-mann 5 Tage von Montag-Freitag. Hier stehen dir gesetzlich 20 Arbeitstage Urlaub im Jahr zu. Solltest du unter 18 Jahren sein, gelten für dich andere gesetzliche Bestimmungen.

Werktage:

Als Werktage bezeichnet man die Wochentage von Montag – Samstag. Sind deine Urlaubstage also als Werktage angegeben, so stehen dir 24 Tage zu. Wenn du unter 16 Jahren bist, dann stehen dir 30 Tage zur Verfügung. Unter 17-jährige erhalten 27 Werktage Urlaub und unter 18-jährige 25 Werktage.

Meistens hast du zwischen 24 – 30 Tage Urlaub im Jahr.

Tarife

Tarifverträge von der IG Metall

Die IG Metall ist eine Gewerkschaft, die Tarifverträge aushandelt und sich für gerechte Arbeitsbedingungen einsetzt. Diese Gewerkschaft setzt sich für die Branchen Metall und Elektro, Eisen und Stahl, Textil und Bekleidung, Informationstechnik, Holz und Kunststoff und in der Zeit- und Leiharbeit ein. Sie ist Mitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die wichtigste Aufgabe der IG Metall ist die Tarifpolitik. Sie handelt nicht nur die Gehälter der Festangestellten aus, sondern auch die Azubigehälter. Es gelten nicht immer tariflich vereinbarte Ausbildungsvergütungen, wenn z.B. ein Arbeitgeber kein Mitglied im Arbeitgeberverband ist, ist er auch an keine Tarifverträge gebunden. Informiere dich also, ob dein Unternehmen einen Tarifvertrag angeschlossen ist. Wenn ja, dann solltest du dir die Frage stellen, ob du in die Gewerkschaft eintreten willst und Mitglied wirst. Meistens gewähren die Unternehmen auch den Azubis, die nicht in der Gewerkschaft sind die gleiche Ausbildungsvergütung. Dies wird gemacht, da sonst alle Mitarbeiter des Unternehmens in die Gewerkschaft eintreten würden. Du musst also nicht immer in der Gewerkschaft Mitglied sein, um die gleiche Ausbildungsvergütung zu erhalten. Solltest du dich gegen eine Mitgliedschaft entscheiden, dann denk daran, dass dein Arbeitgeber dir bestimmte Zuschüsse streichen kann (als Mitglied ist dies nicht so einfach möglich). Weitere Informationen findest du auch auf der Seite der IG-Metall.

Informationen zu deinem Gehalt bei der IHK 

Bei deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer hast du die Möglichkeit dich über die branchenüblichen Gehaltszahlungen zu informieren. Grundsätzlich regelt das Berufsbildungsgesetz die Zahlung einer angemessenen Ausbildungsvergütung. Abhängig von der Branche und Region kann dein Gehalt variieren.  Sobald ein Tarifvertrag vorliegt, darf die Ausbildungsvergütung nicht unter dem vereinbarten Vergütungssatz liegen. Jeder Ausbildungsberuf in deinem Unternehmen muss die gleiche Ausbildungsvergütung erhalten, denn man unterscheidet nicht nach den Berufen, sondern in welcher Branche sich das Unternehmen befindet. Unternehmen, die keinem Tarifvertrag angeschlossen sind, haben eine „angemessene“ Ausbildungsvergütung zu zahlen. Angemessen bedeutet, dass die Ausbildungsvergütung nicht mehr als 20% unter den tariflichen Sätzen liegen darf.

Gehalt nach deiner Ausbildung

Dein Gehalt nach deiner Ausbildung ist wieder abhängig davon, ob dein Unternehmen einem Tarifvertrag angeschlossen ist oder nicht. Zudem wird noch zwischen Branchen und Regionen unterschieden. Dein Einstiegsgehalt variiert demnach stark und kann zwischen 1.800 und 3.000 €/brutto im Monat liegen. Je mehr Berufserfahrung du sammelst, desto höher entwickelt sich dein Gehalt.

 

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Welche Weiterbildungsmöglichkeiten hast du?

Weiterbildung Fortbildung

Du hast deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen? Dann solltest du dir jetzt Gedanken darüber machen, ob du deine Kenntnisse vertiefen möchtest und schon bald die Karriereleiter hoch klettern möchtest. Als Industriekaufmann/-frau stehen dir sehr viele Möglichkeiten zur Weiterbildung zur Verfügung. Falls du in einem kleinen Unternehmen arbeiten solltest, dann solltest du dich breit aufstellen, denn dein Wissen wird in vielen Bereichen benötigt. Bist du in einem großen Unternehmen für einen bestimmten Bereich zuständig, dann kann es sinnvoll sein, dich in diesem Bereich weiterzubilden. Am besten bespricht man die weitere Entwicklung auch mit dem Vorgesetzten. Dir stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Weiterbildung zum Fachwirt

Bevor du eine Weiterbildung zum Fachwirten anstrebst, solltest du dir Gedanken machen in welche Richtung du gehen möchtest, denn es gibt viele Bereiche in denen du dich weiterbilden kannst. Informiere dich daher vorher. Eine Weiterbildung zum Fachwirten ist oft verbunden mit einer besseren Bezahlung und stellt daher oft einen logischen nächsten Schritt für Industriekaufleute dar. Es gibt folgende Vertiefungsrichtungen:

  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Einkauf
  • Vertrieb
  • Logistik
  • Marketing
  • Produktion
  • Gesundheit- und Sozialwesen
  • Büro- und Projektarbeiten
  • Außenwirtschaft
  • Technische/r Fachwirt/in

Weiterbildung zum/-r Fachkaufmann/-frau IHK

Du kannst dich bei deiner IHK in deiner Region zum/-r Fachkaufmann/-frau weiterbilden. Auch bei dieser Weiterbildung kannst du aus verschiedenen Bereichen wählen wie z.B. Außenhandel, Einkauf und Logistik, Organisation, Marketing oder Personal. Diese Weiterbildung kannst du sowohl in Vollzeit oder in Teilzeit absolvieren und dauert in der Regel 3 Jahre (Vollzeit) oder 4 Jahre (Teilzeit). Nach erfolgreichem Abschluss ebent diese Weiterbildung auch den nächsten Karriereschritt.

Weiterbildung zum staatl. geprüften Betriebswirt

Den Betriebswirten kannst du machen, wenn du nach deiner Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau bereits 1 Jahr Berufserfahrung gesammelt hast. Der Betriebswirt dauert in der Regel 2 Jahre (Teilzeit 4 Jahre) und kann an Fachakademien oder Wirtschaftsfachschulen absolviert werden. Bei erfolgreichem Abschluss hast du oft die Möglichkeit eine Karrierestufe hoch zu steigen oder neue Tätigkeitsfelder zu erhalten. Es gibt unterschiedliche Fachgebiete die du vertiefen kannst, wie Allgemeine Betriebswirtschaft, Industriebetriebswirtschaft, Rechnungswesen, Logistik, Personalwesen oder Absatz/Marketing.

Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter

Interessierst du dich eher für die Buchhaltung und dir macht die Arbeit mit Zahlen Spaß? Dann könnte eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter genau das Richtige für dich sein. Um diese Weiterbildung zu machen, benötigst du mindestens 3 Jahre Berufserfahrung. Diese Weiterbildung kannst du sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit machen. Als Bilanzbuchhalter spezialisierst du dich rund um das Thema Bilanzen und Finanzen weiter.

Studium

Wenn du mindestens den Schulabschluss Fachhochschulreife (Fachabitur) hast, dann kannst du auch ein Studium beginnen. Falls du keine Fachhochschulreife hast, dann ist es oft möglich, dass du eine Hochschulzugangsberechtigung erhältst wenn du in deinem Wunschthemenbereich bereits einige Jahre an Berufserfahrung gesammelt hast.

Du kannst dein Studium in Vollzeit oder auch berufsbegleitend absolvieren. Gerade Fernuniversitäten bieten viele Themenbereiche an, wie z.B. Betriebswirtschaftslehre, Industriebetriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Management oder Business Administration.

Viele Informationen findest du an deinen regionalen Universitäten oder Fachhochschulen und im Internet bei den namenhaften Fernuniversitäten.

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Deine Übernahmemöglichkeiten und Zukunftschancen

Nach der Ausbildung

Die Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau zählt zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Deine Übernahmemöglichkeit nach der Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau sind sehr gut, da du zu einer Allroundkraft ausgebildet wirst und in den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen eingesetzt werden kannst. Selbstverständlich wird dein Arbeitgeber auch dein persönliches Engagement und deine Weiterentwicklung beurteilen, daher solltest du dich immer gut in deiner Ausbildung präsentieren und einer Übernahme dürfte dann nichts mehr im Wege stehen.

Es gibt aber auch viele namhafte Unternehmen im Münsterland, wie RWE, Brillux, Schmitz Cargobull, Westnetz, BASF, Hengst, Agravis, Remondis, Armacell, Stricker, Westfalen AG, Weicon, Winkhaus etc. die oft gut ausgebildete Industriekaufleute einstellen. Informiere dich doch einfach auf den Firmenhomepages.

Interview und Erfahrungsbericht mit einem Azubi

Lukas 19 Jahre aus Münster macht eine Ausbildung zur Industriekaufmann. 

Frage: „Wie bist du auf die Ausbildung zum Industriekaufmann gekommen?“

Lukas: „In meinem Schülerpraktikum machte ich bereits erste Erfahrungen in einem Industrieunternehmen und konnte erste Einblicke gewinnen. Mir hat mein Praktikum so gut gefallen, dass ich direkt dort meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe.“

Frage: „Wie sieht deine tägliche Arbeit aus?“

Lukas: „Morgens mache ich mir erstmal meinen Kaffee und rede mit meinem Ausbilder darüber, was heute meine Aufgaben sind. Derzeit bin ich in der Personalabteilung eingesetzt und darf bei Vorstellungsgesprächen dabei sein und sogar Fragen an den Bewerber stellen darf. Dann folgen viele administrative Aufgaben. Die Arbeit im Vertrieb macht mir am meisten Spaß. Ich mag den Umgang mit Kunden.“

Frage: „Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen?“

Lukas: „Ich glaube man sollte kommunikativ und sprachgewant sein. Denn es ist wichtig den Kunden gut zu informieren. Ansonsten ist es immer von Vorteil, wenn man wissbegierig und lernfähig ist.“

Frage: „Was findest du besonders toll an deiner Ausbildung?“

Lukas: „Es begeistert mich Waren zu verkaufen und neue Kunden zu gewinnen. Ich liebe den Vertrieb und möchte mich gerne dahin weiterentwickeln.“

Frage: „Was gefällt dir gar nicht?“

Lukas „Ich bin super zufrieden mit meiner Ausbildung. Die Kaffeepausen könnten etwas länger sein."

 

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Das erwartet dich bei azubi-me

  • regionale Unternehmen finden dich und kommen auf dich zu
  • keine lästigen Bewerbungen schreiben
  • alles über dein Smartphone möglich
  • kostenloses Ausbildungsportal

Deine Bewerbung zum Industriekaufmann/-frau

Eine Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau ist begehrt, daher stellt deine Bewerbung die erste Eintrittskarte da. Hinterlasse den besten ersten Eindruck von dir. Deine Bewerbung sollte sowohl von der Rechtschreibung als auch von der Grammatik fehlerfrei sein. Lasse deine Bewerbung immer gegenprüfen. Schau dir genau die Stellenausschreibung des Unternehmens an und beschäftige dich mit dieser und dem Unternehmen. Du kannst zu deiner Bewerbung auch ein Deckblatt anfertigen, dies ist immer optional und muss nicht gemacht werden. Wenn es zu dir passt, dann mache es sehr gerne. Inhalte auf deinem Deckblatt sollten sein: Titel Bewerbung, Bewerbungsfoto, persönliche Daten, Anlagen. Dein Deckblatt liegt immer auf dem Lebenslauf und befindet sich in deiner Bewerbungsmappe.

Anschreiben

Leitet Herunterladen der Datei einHier findest du ein Musteranschreiben für deine Bewerbung für eine Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau. Bitte schreib dieses Anschreiben noch um.

Bitte beachte, dass dein Anschreiben auf deiner Bewerbungsmappe aufliegt und nicht in die Mappe gehört. Rechtschreib- und Grammatikfehler dürfen hier nicht enthalten sein. Lese es dir oft genug durch, damit du sicher gehen kannst, dass sich kein Fehler eingeschlichen hat.

Lebenslauf

Dienen Lebenslauf kannst du durch azubi-me generieren lassen. Dazu fülle alle deine Daten im Profil aus und schon hast du einen guten Lebenslauf den du zu deiner Bewerbung zum Industriekaufmann/-frau beilegen kannst.

Vorstellungsgespräch

 

Fragen zum Vorstellungsgespräch

Zu deinem Bewerbungs- bzw. Vorstellungsgespräch sollest du gut vorbereitet sein. Du hast dich vorab mit dem Beruf und dem Unternehmen beschäftigt. Zum Gespräch erscheinst du pünktlich. Fahr am besten so los, dass du 15 Minuten vorher da bist, damit nichts schief gehen kann. Komm in Ruhe an, damit du frisch und fit aussiehst und nicht mit einem Feuer rotem Kopf in das Gespräch gehen musst. So stellst du zudem sicher, dass du ruhig und souverän auftrittst. Du begrüßt deinen Gesprächspartner freundlich und mit einem festen Händedruck. Setzt dich gerade hin, damit du ruhig und selbstbewusst wahrgenommen wirst. Sei freundlich, lächele und nehme Augenkontakt auf. 

Es werden immer fachbezogene Fragen auftauchen, aber auch persönlich wie z.B. Was sind deine Stärken? Warum möchtest du diesen Beruf lernen? Was weißt du bereits über diesen Beruf? Was weißt du über das Unternehmen? Warum sollte man dich nehmen?

Bereite auch selber Fragen vor, dies zeigt dein Interesse an dem Unternehmen und dem Ausbildungsberuf.

Dresscode beim Vorstellungsgespräch

Kleide dich modern aber schlicht. Blazer/Hemd mit einem nicht zu kurzen Rock oder Hose sind optimal. Ziehe saubere und passende Schuhe an. Es sollten nicht unbedingt Turnschuhe sein. Deine Kleidung ist ordentlich und sauber und schon kann es los legen.

Einstellungstest

Aufgrund der großen Anzahl von Bewerbungen für eine Ausbildung zum/-r Industriekaufmann/-frau wird oft eine Vorauswahl vorgenommen und du wirst zu einem Einstellungstest oder Assessement Center eingeladen. Hier warten oft Gruppenarbeiten auf dich, damit das Unternehmen herausfinden kannst, ob du gut im Team arbeiten kannst. Sei offen, bringe dich ein und setze dich mit den Aufgaben auseinander. Als zweiter Schritt folgt oft ein kleiner Test, der oft dein Allgemein Wissen abfragt. Du findest im Internet viele Seiten, die dich gut auf diese Tests vorbereiten. Öffnet externen Link in neuem FensterHier findest du weitere Informationen.

 

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